Bürgerbegehren zur Henger Bahnbrücke
Noch rechtzeitig vor der nächsten Marktratssitzung in Postbauer-Heng wurden Bürgermeister Kratzer die Unterschriftslisten zum Erhalt der Henger Bahnbrücke überreicht.
Das Aktionsbündnis „Initiative Zukunft“, bestehend aus SPD, Bürgerblock, UPW-FW und Parteilosen hatte zu einem Bürgerbegehren nach Art. 18 a der Bayer. Gemeindeordnung aufgerufen, nachdem der Marktrat den Abriss der Brücke beschlossen hatte. Dabei handelt es sich um den direkten
Zugang zum Naherholungsgebiet um Postbauer-Heng, der nicht nur von den Hengern zahlreich genutzt wird.
Die Unterschriftensammlung, an der sich spontan viele Bürgerinnen und Bürger beteiligten, war mit über 700 Unterschriften – davon 681 gültige – ein voller Erfolg. Für die Entscheidungsträger im Rathaus war´s eine wichtige Botschaft: nicht selbstherrlich über die Köpfe der Bevölkerung weg zu entscheiden, sondern vor einer Abstimmung Volkes Wille zu erkunden.
Positiv war dabei die Feststellung, dass Demokratie nicht nur am Wahlsonntag gelebt wird.
Die „Initiative Zukunft“ bedankt sich bei allen Unterstützern und vor allem bei den vielen Helfern.
Im zweiten Anlauf klappt die Konzeptvorstellung
Pressebericht des Neumarkter Tagblatts vom 17.3.2010 zur verschobenen Marktgemeinderatssitzung vom 15.3.2010:
MARKTRAT Die CSU in Postbauer-Heng und die Opposition diskutieren konstruktiv über deren Vorstellung zur weiteren Entwicklung der Marktgemeinde
VON SIGRID FISCHERPOSTBAUER-HENG. Die Markträte Gerhard Hierl (SPD), Helmut Gradl (parteilos), Dr. Jürgen Rupprecht (Bürgerblock) und Arnd Willmann (UPW-FW) haben im zweiten Anlauf ihr Ortsentwicklungskonzept für die Marktgemeinde Postbauer-Heng den übrigen Räten in einer Marktratssitzung vorgestellt. Hierl wies vor seinen anschließenden Ausführungen noch einmal darauf hin, dass die Autoren dieses Konzepts, zu denen auch noch Kurt Augustin (Vorsitzender UPW-FW), Alois Härtl (Vorsitzender Bürgerblock) und Benjamin Huck (Vorsitzender SPD in Postbauer-Heng) gehören, keine Verhinderer und Miesmacher seien und keineswegs Opposition nur der Opposition wegen sein wollen. Sie möchten, im Gegenteil, verantwortungsbewusst gestalten und so die Gemeinde vorwärtsbringen.Das Konzept gehe über das bereits bestehende Leitbild der Gemeinde hinaus, sei aber „noch nicht in Stein gemeißelt“. Alles sei diskutabel, wobei ihnen ganz wichtig sei, dass die Gemeindebürger mit eingezogen werden sollen. Die einzelnen Punkte des vor- gestellten Ortsentwicklungskonzepts sind: Steigerung der Attraktivität der Marktgemeinde für junge Familien,aber auch für ältere Generationen, die Entwicklung eines Gewerbegebiets und Forcierung von Gewerbeansied- lungen, Natur, Naherholung, Fremdenverkehr, geeignete Maßnahmen zur Reaktion auf den demografischen Wandel und die Erstellung eines Energiekonzepts.Das weitere Vorgehen ist wie folgt vorgesehen: Erreichung einer grund- sätzlichen Einigkeit über das Vorge- hen im Gemeinderat. Bildung einer Leitungsgruppe, Einbeziehung der Bürger, Bildung eines hochkarätigen Lenkungskreises und eine frühzeitige Einbeziehung relevanter Fachleute. Nach der ins Detail gegangenen Vorstellung der einzelnen Konzeptpunkte bat Marktrat Rupprecht (Bürgerblock) um eine gemeinsame Diskussion und, was ihm sehr wichtig sei, um „ein positives Signal von der anderen Seite“.Bürgermeister Horst Kratzer dankte für die Präsentation, gab aber auch den Hinweis, dass bestimmte Themen aus dem bereits vorhandenen Leitbild stammen würden und sich die Gemeinde schon lange damit beschäftige, wie etwa mit der Situation der in Postbauer-Heng vorhandenen Fachärzte. Dazu konnte er mitteilten, dass wahr- scheinlich ab den 1. Mai 2010 ein Augenarzt seine Filialpraxis in der Gemeinde eröffnen werde.Dennoch räumte das Gemeindeoberhaupt ein, dass in den vorgestellten Themenbereichen noch einiges ausgebaut werden könne. Es müsse aber auch finanzierbar sein, erklärte Kratzer. Allgemein wurde die Anhörung sehr positiv aufgenommen. Markträtin Dr. Stefanie Huber (UPW-FW) bemerkte erfreut, dass nach langer Zeit im Marktgemeinderat endlich wieder einmal konstruktiv miteinander umgegangen worden sei: „Wir dürfen uns nicht immer nur unter der Gürtellinie beschimpfen, sondern haben jetzt eine Chance, konstruktiv bei der Umsetzung eines guten Konzeptes zusammenzuarbeiten.“
Diskussion über Ortsentwicklung: »Selten so gut gefühlt»
Neumarkter Nachrichten vom 17.3.2010 über die am Montag den 15.3.2010 stattgefundene von der CSU verschobene Marktgemeinderatssitzung:
Postbauer-Heng: Fraktionen sind sich einig bis auf Entscheidung über die zuständigen Gremien – Augenarzt kommt
Wer den Streit und die Aufregung über das Ortsentwicklungskonzept Postbauer-Heng im Kopf hatte, der rieb sich bei der Sitzung des Marktrats verwundert die Augen. Nur kurze Diskussionen gab es – am Ende war man sich aber fraktionsübergreifend einig.POSTBAUER-HENG (hol) – Was hatte man sich in den vergangenen Wochen gestritten, nachdem die CSU die Diskussion über das Konzept in der letzten Marktratssitzung mit Verweis auf zu spät vorgelegte Unterlagen verschoben hatte. Auch bei der jetzigen Sitzung flackerte der Unmut über dieses Vorgehen bei SPD, UPW/FW, Bürgerblock und dem fraktionslosen Helmut Gradl immer wieder auf – doch man hatte sich wohl entschieden »die Sache» über den Streit zu stellen. Und so stellte Stefanie Huber (UPW/FW) nach knapp eineinhalb Stunden fest, sie habe sich im Rat so gut wie schon seit langen nicht mehr gefühlt.
Doch bei aller Harmonie, ganz ohne Seitenhiebe ging es nicht ab, dafür sorgten schon Helmut Gradl und Ludwig Meyer (CSU), die sich kurz beharkten. Denn eine wichtige Frage steht noch aus: In welchem Gremium soll das Konzept weiter ausgearbeitet werden? Die Initiative empfahl die Schaffung einer Leitungsgruppe vor, der die Fraktionsvorsitzenden und der Bürgermeister angehören könnten. Dann sollten mehrere Arbeitskreise eingerichtet werden. Meyer schlug hingegen vor, den Hauptausschuss – bisher hat die Gemeinde keinen – mit der Lenkung zu beauftragen; dies brachte Gradl in Rage. Man wolle doch mehr Bürgerbeteiligung, »es können gar nicht genug Arbeitskreise sein.» Der Hauptausschuss sei ein veraltetes Instrument und überhaupt plädiere er für eine Verdopplung der Gemeinderatssitzungen – zwei statt einer im Monat. Die Gremiums-Frage schoben die Markträte schließlich doch von sich, erst einmal sollen nun die Fraktionen darüber beraten.
Über das Konzept selber (wir berichteten ausführlich) gab es wenig Diskussionen. Bürgermeister Horst Kratzer (CSU) wies darauf hin, dass man in vielen der angesprochenen Bereiche bereits tätig sei: Die Ansiedelung von Betrieben sei, wie gefordert, bereits Chefsache; aktuell lägen in seinem Büro Ordner mit zwölf Anfragen. Bei Bauplätzen versuche man sich an der Verdichtung, sagte Kratzer. So habe er bereits 63 Besitzer von Baugrund in Pavelsbach angeschrieben – etwa vier stellten den Grund zur Verfügung. Auch die medizinische Versorgung stehe im Focus, so soll sich ab 1. Mai ein Augenarzt mit Filialpraxis in der Gemeinde niederlassen.
Dennoch, künftig wird sich mit den Themen Energie, Attraktivität der Gemeinde, Gewerbeansiedlungen, Tourismus und demographischer Wandel noch ausführlicher beschäftigt. Über die Fraktionsgrenzen hinaus, mit dem Bürger zusammen und ohne Scheuklappen – so zumindest ist der Plan.
weiterführende Links:
Vertagte Sitzung des Marktgemeinderates nun doch öffentlich
“Initiative Zukunft” muß warten
“Initiative Zukunft” muß warten
Presseartkel Neumarkter Tagblatt vom 6.3.2010.
Gesamter Presseartikel: Initiative Zukunft muß warten
Kratzer soll diskutieren
Presseartikel Neumarkter Tagblatt 12.2.2010
Gesamter Presseartikel: Kratzer soll diskutieren
Kratzer ist gelassen
Presseartikel Neumarkter Tagblatt vom 9.2.2010
Gesamter Presseartikel: Initiative Zukunft Kratzer ist gelassen
Arbeitsgemeinschaft ergreift die Initiative
Presseartikel Neumarkter Nachrichten 8.2.2010
Parteiübergreifende AG wirft der CSU in Postbauer-Heng Untätigkeit vor — Entwicklungskonzept präsentiert
POSTBAUER-HENG (reh) — Die Arbeitsgemeinschaft (AG) „Initiative Zukunft“ hat ihr Ortsentwicklungskonzept vorgestellt. Das Ziel: Postbauer- Heng weiter nach vorne bringen.
Die AG – bestehend aus den vier Markträten Helmut Gradl (parteilos), Gerhard Hierl (SPD), Dr. Jürgen Rupprecht (Bürgerblock) und Arnd Willmann (UPW-FW) sowie den Parteimitgliedern Kurt Augustin (Vorsitzender der UPW-FW), Alois Härtl (Bürgerblock) und Benjamin Huck (SPD) – habe sich zu diesem Schritt entschlossen, da der angekündigte neue Politikstil, der alle im Gemeinderat vertretenen Parteien einbinden sollte, um die Kommune fit zu machen, ausgeblieben sei.
Weder Bürgermeister Horst Kratzer noch die CSU-Fraktion hätten sich bereit gezeigt, auf vernünftige Vorschläge und Anträge einzugehen, erklärte Augustin und forderte Kratzer auf, endlich zu handeln: „Wir bieten uns zur Zusammenarbeit an.“ Unter Einbindung von Marktgemeinderat, Agenda 21-Arbeitskreisen und interessierten Bürgerinnen und Bürgern müsse es möglich sein, „dass sich auch Postbauer-Heng endlich den großen Herausforderungen stellt und sich zu einer modernen, innovativen Gemeinde entwickelt“, so Augustin weiter.
Zusammenarbeit vermisst
In dem ausgearbeiteten Konzept sehen die Mitglieder folgende Schwerpunkte: Energie, Baugebiet, Gewerbe, Tourismus sowie geeignete Maßnahmen, um auf den demografischen Wandel zu reagieren. Schon seit zwei Jahren fordert Gradl im Marktrat die Erstellung eines umfassenden, integrierten Energiekonzepts. Es sei längst überfällig und dringend erforderlich.
In Postbauer-Heng sei bisher lediglich punktuell und schwerfällig versucht worden, sich diesem Thema zu nähern. Auf Grund der verstrichenen Zeit müsse umgehend geklärt werden, welche Möglichkeiten der Energiegewinnung es gibt, um eine Unabhängigkeit von den Energiekonzernen erreichen, so Gradl.
Jungen Familien, die aufs Land ziehen wollen, müsse man die attraktive Marktgemeinde schmackhaft machen sowie die gute Infrastruktur herausstellen, äußerte Gerhard Hierl. Zur besseren Vermarktung der Baugebiete brachte Rupprecht das Finanzierungsmodell der Erbpacht, welches auch in Oberbayern erfolgreich praktiziert wird, ins Spiel. Dadurch könne sich Postbauer-Heng ein Alleinstellungsmerkmal schaffen. Des Weiteren ist Rupprecht für die Forcierung von Gewerbeansiedlungen. Insbesondere die Ansiedlung von umweltfreundlichen Gewerbebetrieben würde wesentlich zum Erfolg und zur Attraktivität einer Kommune beitragen. Postbauer-Heng verfügt außerhalb des Ortes über Flächen, die sich für produzierende Betriebe eignen und die optimal an den ÖPNV angebunden seien. In Sachen Tourismus, so Willmann, sei Postbauer-Heng bislang nur wenig interessant und attraktiv. „Attraktionen von überregionalem Interesse fehlen, werden nicht genutzt oder nicht überregional beworben. Die Wirkung nach außen bestimmt maßgeblich die Entscheidung, die Gemeinde als neuen Lebensmittelpunkt zu wählen“, so Willmann weiter.
Neues Gremium gefordert
Er spricht sich für die Schaffung eines Gremiums aus, das mit Hilfe von Spezialisten eine Zielsetzung im Bereich Tourismus erarbeitet und das darüber hinaus die nächsten Schritte initiiert. Seit Jahren sei der demografische Wandel spürbar. Die Sterberate übersteige dauerhaft die Geburtenrate.
Gerade jetzt seien die Kommunen gefragt. „Es muss endlich reagiert werden“, sagt Härtl, etwa mit Projekten für Ältere, die auf Geselligkeit, Lebensfreude sowie auf Sport- und Freizeitangebote ausgerichtet sind.
Reagiert werden müsse aber auch mit einer Imagebildung für eine kinderfreundliche Gemeinde. „Es kann nicht sein, dass andere Gemeinden an uns vorbei ziehen.“ Die Entwicklung von Postbauer-Heng dürfe nicht weiterhin dem Zufall überlassen bleiben, lautete die einhellige Meinung der „Initiative Zukunft“.
“Inititative Zukunft” soll den Markt voran bringen
Presseartikel aus dem Neumarkter Tagblatt vom 06.02.2010
Download Presseartikel: Initiative Zukunft soll Markt voranbringen NT622010




