Pressemitteilung zum Abriss der Bahnbrücke Heng
In Postbauer-Heng formiert sich der Widerstand
Nach der überraschenden Entscheidung des Gemeinderates zum Abriss der Henger Bahnbrücke formiert sich der Widerstand. Von der gesamten CSU-Fraktion in Stich gelassen, hat sich mit der „Initiative Zukunft“ – ein Aktionsbündnis aus SPD, UPW-FW, Bürgerblock und Parteilosen – ein breites Forum zur Unterstützung der Bürgerinnen und Bürger gefunden.
Mit der bereits laufenden Unterschriftensammlung wollen sie gegen den Beschluss der Gemeinde angehen, und sofern nötig, einen Bürgerentscheid zum Erhalt der Brücke erzwingen.
Mit Sicherheit wäre die Abstimmung im Gemeinderat anders verlaufen, hätte Horst Kratzer fundierte Zahlen auf den Tisch gelegt. Wie zwischenzeitlich von Fachleuten bestätigt wurde, sind die angegebenen Abrisskosten mit 85.000 € deutlich zu niedrig. Vielmehr muss von einer Summe jenseits der 200.000 € ausgegangen werden. Damit lägen die Abrisskosten deutlich höher als die Sanierungskosten.
Vorsatz oder Desinteresse, beides gleichermaßen peinlich.
Seit Jahrzehnten wird die Brücke als Übergang in das naheliegende Erholungsgebiet von Alt und Jung genutzt. Ein Abriss würde gerade für die Älteren einen unzumutbaren Umweg bedeuten. Die vom Bürgermeister ins Spiel gebrachte Alternative über die Bergstraße durch die Bahnunterführung birgt ein erhebliches Gefahrenpotential für Fußgänger und Radfahrer.
Die „Initiative Zukunft“ appelliert deshalb an Alle, die Unterschriftenaktion zu unterstützen.
Pressemitteilung zur Marktratssitzung vom 4.3.2010
Was hat die CSU mit diesem Pyrrhussieg erreicht? Sie hat ihre Mehrheit dazu genutzt, die „Initiative Zukunft“ daran zu hindern, ihr Konzept, mit dem die Marktgemeinde voran gebracht werden sollte, vorzustellen. Aber damit hat sich die CSU selbst – und der Marktgemeinde – nur geschadet, weil sie einmal mehr – trotz wiederholter gegenteiliger Beteuerungen – die gereichte Hand zur Zusammenarbeit ausgeschlagen hat.
Seit mehr als einem Jahren wird von Bürgermeister Kratzer ein vorausschauendes Konzept für die Entwicklung unserer Gemeinde gefordert. Eine Antwort steht noch immer aus. Sein einziger Versuch, bei der Klausurtagung Ende letzten Jahres mit dem Tagesordnungspunkt „Postbauer-Heng 2020“, scheiterte kläglich. Kein einzige Satz kam zu diesem Thema zustande.
Die Politik des Bürgermeisters in den letzten beiden Jahren war geprägt von Stückwerk, von fallweisen Einzelmaßnahmen, die kurzfristig und ohne Einbindung in eine vernünftige Konzeption getroffen wurden sowie von schmerzlichen Versäumnissen. Den Mangel an Innovationskraft und an Mut zu Veränderungen hat Postbauer-Heng bereits teuer bezahlen müssen, erwähnt seien hier nur die Fehler beim Konjunkturpaket II und beim Antrag auf Bezuschussung des Energieeinsparkonzeptes.
Es war deshalb nicht nur Notwendigkeit, sondern Verpflichtung für die Opposition, ihrerseits aktiv zu werden und mit dem Ortsentwicklungskonzept in Vorleistung zu gehen. Auf dem weiteren Weg sollte nun auch die CSU mit eingebunden worden. Den Anfang hätte die Vorstellung des Konzeptes gemacht, verbunden mit einer Diskussion über das weitere gemeinsame Vorgehen. Umso unverständlicher die bekannte Reaktion, mit der bereits der Auftakt im Keim erstickt wurde. Und kläglich der jetzige Versuch, die Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Form einer Klausurtagung fortzuführen. Dies lässt sich wohl nur mit großer Unsicherheit und Hilflosigkeit innerhalb der CSU und mit einem verletzten Selbstwertgefühl erklären. Sie ist es offensichtlich nicht gewohnt, dass auch andere in der Lage sind, den Takt vorzugeben.
Bürgermeister und Mehrheitspartei sollten der Motor für die Entwicklung der Gemeinde sein. Dieser Motor jedoch stottert und bleibt häufig stehen. Jede gut geführte Werkstatt weiß, was sie mit einem solchen Motor, für den keine Aussicht auf Reparatur besteht, zu tun hat …
